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Leah Nadine: TANZ UNTER DEM REGENBOGEN

Eine Schwangerschaft wird bei Leah Nadine zum Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Abgespaltene Ängste und Erinnerungen brechen auf und überschwemmen den Alltag dieser traumaüberlebenden Frau. Das Besondere an diesem autobiografisch begründeten Buch ist die emotionale und psychologische Dichte und Konkretheit, mit der dieser Prozeß dargestellt wird. – So oder ähnlich geht es sehr vielen Traumaüberlebenden (mit oder ohne DIS), oft erst zwischen 30 und 40 Jahren, und weder sie selbst noch Außenstehende begreifen, was da los ist. Panik entsteht schon allein deshalb.

"Ganz normale" soziale Ansprüche und Forderungen werden zum Auslöser – ein Teufelskreis aus unbewußten Traumafolgen zeigt sich, die den Alltag zur Qual machen. Panik und Schutzreaktionen von Innenpersönlichkeiten führen zu neuen sozialen Problemen, zu neuen Ängsten.. – Kontrolle als existentielles Gesetz bei Multis.. – Unvereinbare seelische und sozialen Wahrheiten, Widersprüche zwischen Empfindungen und Erinnerungen erfordern eine alltägliche Gratwanderung zwischen Realität und "Wahnsinn".. – Die winzigen Schritte, in denen Zustände und Empfindungen sich verändern, in heilsamer oder zerstörerischer Richtung.. – Zunächst hilflose Versuche von Innenpersonen, der traumatischen Vrgangenheit Gehör zu verschaffen bei der hiervon abgespaltenen Alltagspersönlichkeit.. – Existenzielle Angst von Innenpersonen, (wieder) eingesperrt zu werden (jetzt in die Psychiatrie), führt zu Suizidveruchen.. – Der Ärztin, selbst der Therapeutin gegenüber wird die Normalitätsfassade um jeden Preis aufrechterhalten, nachdem eine mögliche Klinikeinweisung angedeutet wird. – Erst angesichts der Entscheidung aller Innenpersonenz um Suizid entsteht innen ein leichtes Übergewicht der lebenwollenden Anteile, als allererster Schritt zum bewußten Heilungsweg mit Hilfe Außenstehender! – Daneben ein rigoros bornierter Ehemann, der "die finanzielle Sicherheit gewährleistet und dafür eine normale Frau beansprucht".. – und dann noch zwei kleine Kinder! – –

Die geschilderten Situationen, Empfindungen und Erfahrungen sind exemplarisch für multipleTraumaüberlebende zu Beginn ihres Heilungsweges. Das Buch vermittelt das hohe Maß an Mut, an Vertrauen und Offenheit, die hierfür nötig sind. MitarbeiterInnen von Beratungsstellen ist es sehr zu empfehlen, aber auch TherapeutInnen und ÄrztInnen.

Mit einem Vorwort von Sabine Marya und einem aktuellen Nachwort der Autorin (zehn Jahre später).

 

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    In Kooperation mit SäCHSISCHE GESELLSCHAFT FüR SOZIALE PSYCHIATRIE e.V.
    (www.sozialpsychiatrie-in-sachsen.de)

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